fbpx

Faszinierende Kreaturen in der Seestadthalle

 

Zwei Tage lang war Haltern Heimat für 130 zum Teil sehr exotische Tiere. Ausbruchsicher hinter Glas und trotzdem zum Anfassen nah präsentierten XXL-Vogelspinnen, Riesenschlangen, Mini-Krokodile und Insekten den Besuchern am Wochenende ihre faszinierende Welt. 

 

So manchem Gast jagten die haarigen und schuppigen Kreaturen gruselige Schauer über den Rücken. Aber nur ganz zu Anfang. Die ausführlichen Informationen von Tierpfleger Meikel Liebe und eine Video-Vorführung machten deutlich, wie nützlich und sinnvoll diese Tiere im Kreislauf der Natur sind. Dies ist besonders in Zeiten des Klimawandels und eines weltweit dramatischen Artenrückganges wichtig. “Da ist eine unbegründete Angst eher kontraproduktiv. Denn wir sind es ja, die ihre Welt bedrohen und nicht umgekehrt,“ erklärt der Tierpfleger.

 

Zu Hause sind die Tiere in Bonn. Dort leben sie in großflächigen, naturnah gestalteten Anlagen. In einem Umkreis von etwa 100 Kilometern gehen sie regelmäßig auf Tour. Allerdings nur während der Sommermonate, wenn es nicht so heiß ist. Die insgesamt 400 Tiere wechseln dabei. Ausgestellt werden neben den lebenden Tieren aber auch Tierpäparate. Wegen ihrer Kurzlebigkeit kann man Insekten nicht gut in Terrarien halten. Daher kann man sie besser in Schaukästen der Öffentlichkeit zeigen. Unter den Exponaten sind auch solche Tiere, die längst ausgestorben sind. Sie erzählen auf ihre Weise, wie wichtig Artenschutz und Naturschutz sind. 

 
Michael Liebe würde sich wünschen, dass mehr Städte Ausstellungsräume zur Verfügung stellten. Leider überwiegt bei vielen Stadtverwaltungen die Angst vor den Tieren. Dabei geht von den Spinnen und Schlangen keinerlei Gefahr für die Besucher aus. Von Natur aus sind die Tiere gar nicht angriffslustig und werden außerdem in absolut ausbruchsicheren Terrarien gehalten. Wenn in der freien Natur ein Mensch gebissen oder gestochen wird, liegt es zumeist daran, dass der Mensch sich unachtsam oder aggressiv dem Tier gegenüber verhalten hat. Gerade den mitunter handtellergroßen Vogelspinnen begegnen Menschen oft mit großer Furcht. Aber selbst bei einem Stich endet ein Zusammentreffen meist glimpflich. Das Gift ist für den Menschen nicht tödlich und nur im Falle einer vorhandenen Allergie lebensgefährlich. 
 
 

Pfui Spinne? Von wegen!

 
 
Das Team um Meikel Liebe informiert nicht nur über die faszinierenden Tiere, sie bieten auch praktische Hilfe bei Phobien an. Eine ausgewachsene Vogelspinne auf die Hand zu nehmen, ist selbst für die meisten Nicht-Phobiker eine kleine Mutprobe. Umso größer ist der Erfolg bei Menschen mit einer ausgewachsenen Spinnen-Angst. „Der erste Kontakt ist zwar ein wenig schockierend, aber schon die erste kleine Überwindung beim zaghaften Berühren des Tieres mit einem Finger führt bei den meisten zum Abbau von Ängsten,“ erklärt Meikel Liebe: „Danach trauen sich fast alle, eine Spinne selbst auf die Hand zu nehmen.“
 
Man muss sie ja nicht gleich lieben, aber ein Abbau von Ängsten und Vorurteilen ist eine wichtige Voraussetzung für einen respektvollen Umgang mit Kreaturen, die ihre Daseinsberechtigung auf diesem Planeten ebenso haben wie wir selbst.